Dem Tod davongelaufen – Wie neun junge Frauen dem Konzentrationslager entkamen

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Dem Tod davongelaufen - Wie neun junge Frauen dem Konzentrationslager entkamen

Buchvorstellung und Lesung mit Ingrid Scherf
Freitag, 13.05.2022 | 19:00 Uhr | Stadtbibliothek Erlangen – Innenhof

Ingrid Scherf stellt die deutsche Erstausgabe des bereits 1945/46 von Suzanne Maudet verfassten Berichts über die abenteuerliche Flucht von neun jungen Frauen aus einem KZ-Todesmarsch vor.

„Wir waren neun junge Frauen in einem Lager, neun, die sich gut verstanden, neun, die nicht sterben wollten, und die gemeinsam gekämpft haben, um ins Leben zurückzukommen!“
So endet das kleine Buch von Suzanne Maudet „Dem Tod davongelaufen – Wie neun junge Frauen dem Konzentrationslager entkamen“. Es schildert die mutige Flucht der deportierten Frauen Christine, Jacky, Mena, Nicole, Zaza (Suzanne), Zinka, Guillemette, Lon und Josée.
Die Geschichte dieses lebensgefährlichen Wagnisses hatte Maudet unmittelbar nach ihrer Heimkehr 1945 in Paris aufgeschrieben. Erst zehn Jahre nach ihrem Tod erschien der Zeitzeuginnenbericht 2004 in dem kleinen Pariser Verlag Arléa und gelangte zufällig in die Hände der Übersetzerin. Durch die Nähe zum Erlebten hat der Bericht bis heute nichts von seiner Ausdrucksstärke und seinem Optimismus eingebüßt. Er ist Zeugnis eines gewonnenen Kampfes um Selbstbehauptung.

Aufgrund ihrer Tätigkeit für die Résistance waren die neun jungen Frauen unabhängig voneinander im Sommer 1944 verhaftet, zunächst in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück deportiert, und dann in das Außenlager Leipzig-Schönefeld des KZ Buchenwald zur Zwangsarbeit verlegt worden. Mit durchschnittlich 5.000 weiblichen Gefangenen aus verschiedenen Ländern war es das größte Frauen-Außenlager des KZ Buchenwald. Die Häftlinge mussten unter schwersten Bedingungen – Gewalt, Hunger, Erschöpfung und stundenlanges Appellstehen – Rüstungsgüter produzieren.

Am 14. April 1945 wurden die jungen Frauen mit tausenden anderen aus dem KZ-Außenlager auf einen Todesmarsch Richtung Osten getrieben. Sie waren überzeugt, sie würden das alles nur gemeinsam überleben – das Lager, die Zwangsarbeit, den Todesmarsch. Ihre größte Angst war, getrennt zu werden. Gegen ihre Solidarität aber würden die Aufseher*innen machtlos sein.

Ingrid Scherf wohnt in München und arbeitete als Buchhändlerin und Kuratorin. Sie ist freie Autorin und Sachbuch-Übersetzerin.

Maudet, Suzanne: Dem Tod davongelaufen – Wie neun junge Frauen dem Konzentrationslager entkamen . Aus dem Französischen von Ingrid Scherf. Erschienen im Verlag Assoziation A, Hamburg 2021

Eine Veranstaltung von gruppo diffuso anläßlich 8. Mai – Tag der Befreiung.
In Kooperation mit der Stadtbibliothek Erlangen.

Gefördert von Demokratie leben!

GOLDENE MORGENRÖTE

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Unser aller Angelegenheit

23.03.22 | 20.00 Uhr | ZeWi – Zentrum Wiesengrund (Wöhrmühle 7 | Erlangen)
Filmvorführung und Diskussion in Anwesenheit der Filmemacher*innen aus Athen
Die  griechische Neonazi-Partei „Chrysi Avgi” (Goldene Morgenröte) war über Jahre drittstärkste Kraft im Parlament und ist nach wie vor z. B. bei Coronaprotesten und in rechten Netzwerken sehr präsent. 2013 ermordete ein Chrysi-Avgi-Mitglied den Hip-Hop-Musiker Pavlos Fyssas (Killah P). Der Prozess dazu dauerte bis 2020: Ein Athener Gericht verurteilte die gesamte Partei wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung.
Der Film von Angélique Kourounis – sie wird den Film in Erlangen zusammen mit Thomas Jacobi präsentieren – dokumentiert die Geschichte dieses Prozesses und den jahrelangen Kampf von Magda Fyssa, der Mutter von Pavlos,  sowie die Möglichkeiten des Widerstands.

2G-Regel und Maskenpflicht auch am Platz

Webseite zum Film und weitere Infos: https://goldendawnapublicaffair.com/de/startseite

GOLDENE MORGENRÖTE Unser aller Angelegenheit - Film und Diskussion

Die Wehrsportgruppe Hoffmann – „Vereinigung der Einzeltäter“

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19.12.1980: Mord an Shlomo Lewin und Frida Poeschke
Kundgebung der Initiative Kritisches Gedenken und der Gruppe Antithese in Erlangen am 19.12. um 15:30 Uhr | Marktplatz in Erinnerung an Shlomo Lewin und Frida Poeschke. 
Die Gedenkveranstaltung erinnert an das antisemitische Attentat vom 19.12.1980. An diesem Tag wurden Lewin und Poeschke in ihrer Wohnung in Erlangen ermordet. Der mutmaßliche Täter, Uwe Behrendt, stand der neonazistischen Wehrsportgruppe Hoffmann nah und
floh nach der Tat in den Libanon. Bis heute sind zahlreiche Umstände der Tat ungeklärt.
Knapp drei Monate vorher starben durch eine Bombenexplosion 13 Menschen am Münchner Oktoberfest, 211 wurden verletzt. Der Bombenleger kam auch aus den Reihen der in der Nähe von Erlangen aktiven Wehrsportgruppe.
19.12. | 15:30 | Marktplatz: Kundgebung in Gedenken an Shlomo Lewin und Frida Poeschke

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Novemberpogrom in Erlangen 1938

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Auftakt zur Deportation und Vernichtung 
“Heim, Holzhacken holen!” befahl am frühen Morgen des 10. November 1938 Stadtrat und SA-Sturmführer Nikolaus Hirschmann seinen Mannen vor dem Rathaus. Dann wurden einzelne SA-Trupps eingeteilt, die in die Geschäfte und Wohnungen der Erlanger Familien Katz, Benesie und Laink-Vissing am damaligen Nürnberger Tor, Goldschmidt und Aufsesser in der Bismarckstraße, Schönberger im Hause Raumerstraße und Rosa Loewie in der Kirchenstraße eindrangen. Bis nach Mittag wüteten die SA-Leute und hinzugekommene Zivilisten in den Wohnungen, plünderten, zerstörten und warfen Einrichtungsgegenstände auf die Straße. Etwa zwei Wochen später wurden die Häuser beschlagnahmt.
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Novemberrevolution – Bayern wird Freistaat

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Am 7. November 1918 wird in München die verhasste Monarchie gestürzt und die Bayerische Republik proklamiert: Die RevolutionärInnen organisieren sich in den „Arbeiter, Bauern und Soldatenräten“. Die meisten politischen und sozialen Errungenschaften, die von der Arbeiter-, Frauen- und Gewerkschaftsbewegung im 20. Jahrhundert erkämpft werden konnten, sind Erfolge dieser Rätezeit – das reicht vom Frauenwahlrecht bis zum 8-Stundentag. Doch dem Experiment bleiben nur wenige Monate Zeit.

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